Kostenlose Buchwerbung auf Facebook

Mit steigender Beliebtheit von Facebook als Marketingplattform steigt das Risiko, wegen Verstößen gegen Gesetze und Facebooks Hausregeln belangt zu werden (Analog gilt das natürlich auch für andere soziale Medien). Ganze Anwaltsscharen machen jetzt Jagd auf Rechtsverstöße. Wir listen die sieben häufigsten Rechtsfehler auf, damit unsere Autoren und Künstler von Abmahnungen verschont bleiben.
1. Persönliches Profil anlegen
Jede natürliche Person darf sich nur einmal bei Facebook anmelden. Bei der Registrierung wird jedem Konto automatisch ein persönliches Profil zugeordnet (erkennbar an der Schaltfläche „als Freund hinzufügen“). Das persönliche Profil darf jedoch nur für natürliche Personen verwendet werden. Unternehmen oder sonstigen Organisationen müssen Seiten verwenden (eigentlich heißen sie nur noch „Seiten“, aber der Begriff Fanseite ist üblicher.) Die Fanseiten sind an der Schaltfläche „Gefällt mir“ erkennbar. Es ist möglich, persönliche Profile nachträglich in Seiten umzuwandeln. Dabei kann es jedoch zu Problemen bei der Umwandlung aller Freunde in Fans kommen.
2. Kein oder fehlerhaftes Impressum
Die Rechtsprechung hat bestätigt, dass Facebook-Fanseiten ein Impressum benötigen. Aber auch persönliche Facebook-Profile, die nicht nur für rein private Zwecke eingesetzt werden, benötigen ein Impressum. Zum Beispiel wenn ein auf seine Lesungen hinweist oder der Brokatbook-Verlag regelmäßig seine Neuerscheinungen anpreist. Statt alle Impressumsinhalte einzugeben, reicht es aus, auf das eigene Website-Impressum zu verlinken. Der Link muss aber erkennbar auf das Impressum verweisen.  Zum Beispiel :
„Impressum: https://www.facebook.com/brokatbook.verlag/posts/1727060930933473?comment_id=1727061804266719&notif_t=feed_comment&notif_id=1505294408765529“

Problematisch ist die Verortung des Impressums. Ende 2011 entschied das Landgericht Aschaffenburg, dass der Reiter „Info“ nicht ausreichend ist, weil ein durchschnittlicher Nutzer dahinter kein Impressum vermuten würde. Die meisten Seiten-Typen verfügen jedoch über ein Info-Box, in der auf das Impressum verwiesen werden kann. Sollte die Box nicht vorhanden sein (z.B. stehen dort beim Typus „lokales Geschäft“ die Öffnungszeiten), hilft es den Seitentypus zu ändern. Alternativ kann ein eigener Impressums-Reiter angelegt werden, der jedoch so platziert werden sollte, dass er sofort sichtbar ist.

3. Marken-, Titel und Namensrechte bei der Wahl des Seitennamens verletzen
Bei der Wahl von Account-Namen gelten dieselben Rechtsgrundsätze wie bei der Wahl von Domainnamen. Das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst – es sei denn, der Nachzügler kann eigene Namens-, Marken oder Titelrechte geltend machen.
Daher gehört zu jeder Namenswahl eine vorhergehende Recherche in Suchmaschinen und den Markenämtern (Deutschland/EU). Das gilt ganz besonders, wenn nicht der eigene Firmen- oder Markenname übernommen wird. Aber auch bei so genannten „Werktiteln“ sollte man aufpassen. Ein Werktitel ist der Name eines Mediums mit geistigen Inhalten. Dazu gehören Bücher, Magazine, Podcasts oder Blogs. Der Schutz gilt nur in Bezug auf die konkreten Inhalte des Werks. Zum Beispiel hat unser Blog „Echte Schauermärchen“ Inhalte rund um Schauermärchen zum Inhalt. Eine Facebookseite eines Verlages, der seine Bücher als Schauermärchen (abgeleitet vom Verlagsnamen) anbietet, dürfte sich daher nicht „Schauermärchen“ nennen, wenn die Bücher keine Schauermärchen sind. Wir haben dazu in unserer monatlichen Rubrik „Rechtliches“ im Newsletter bereits darauf hingewiesen. Brokatbook bedeutet edler Leserstoff und das sind unsere Werke.
4. Kontaktimporter verwenden
Facebook macht es möglich Freunde, E-Mail oder auch Skypekontakte auf die Fanseite einzuladen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass auch eine solche Einladung unter „Werbung“ im Sinne des Wettbewerbsrechts fällt. Und diese bedarf einer ausdrücklichen Einwilligung des Empfängers. Wenn Einladungen wahllos an Kunden und ehemalige Geschäftskontakte verschickt werden, kann man eine Abmahnung wegen unerlaubter Werbung erhalten.
Es ist nicht erlaubt, ungefragt Werbenachrichten an andere Nutzer zu verschicken. Zwar können von Fanseiten keine Nachrichten an Nutzer versendet werden, aber viele Betreiber verschicken Nachrichten von persönlichen Profilen aus. Eine Methode ist es, andere anzufreunden und Ihnen anschließend eine Nachricht mit Werbung zuzusenden. Dabei wird der Begriff der Werbung weit ausgelegt und enthält auch imagepflegende Unternehmensinformationen. Diese Nachrichten sind nicht erlaubt, denn der Klick auf „Gefällt mir“ oder „Freund werden“ ist keine Einwilligung in den Empfang von Werbung. Zulässig ist es dagegen, Anfragen von Fans oder Kunden zu beantworten.
5. Abgrenzung zur Werbung beachten
Weiterhin sollte vermieden werden, wenn der Autor sein Buch vorstellt, eine Kaufempfehlung dazu anbringen. Das würde schon den Tatbestand der Werbung erfüllen. Gleiches kann mit der Angabe des Preises vermutet werden. Am besten zur Verlagsseite verlinken, dort stehen die Angaben.
Bei unseren Neuvorstellungen geben wir auch keinen Preis an, sondern verlinken zu Amazon und dort kann man auch den Preis sehen.
6. Auf fremde Pinnwände schreiben
Eine effektive Marketingmethode sind Einträge auf Pinnwänden anderer Fanseiten. Diese können auch im Namen der eigenen Fanseite erfolgen. Zum Beispiel möchte ein Autor auf der Seite einer Gemeinde auf seine Buchlesung hinweisen. Auch das ist nicht erlaubt. Es ist in etwa so, also ob ein Interessent in der Geschäftsstelle des anderen Unternehmens oder dem Rathaus ohne Erlaubnis eigene Werbeanzeigen aufhängen würde.
7. Fakeprofile und Fakekommentare
Glaubwürdigkeit zählt sehr viel im Social-Media-Marketing. Empfehlungen und Kommentare von „echten“ Personen zählen viel mehr als Selbstanpreisungen. Was liegt da näher, als ein paar fiktive Personen anzulegen oder echte Personen mit positiver Stimmungsmache zu beauftragen. Sie können zum Beispiel Beiträge positiv kommentieren, liken oder erzählen, wie toll die Produkte des Unternehmens sind. Dabei handelt es sich jedoch um einen wettbewerbsrechtlich unzulässige Irreführung (auch als Astroturfing bekannt). Und sollte es auffliegen, ist nicht nur mit einer Abmahnung, sondern auch immensen Imageschaden zu rechnen.